PROUST 3 / 267 - 435
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Premiere: 26. Januar 2018, LOFFT Leipzig
28. Februar 2018, Theater im Pumpenhaus Münster
Das über 4.000 Seiten umfassende Romanwerk "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit", das Marcel Proust in den Jahren zwischen 1908 und 1922 geschrieben hat, ist ein Sozialporträt der französischen Adelsgesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts und die Darstellung des Zerfalls dieser Gesellschaft nach dem 1. Weltkrieg. Im Zuge dieses Zerfalls wird der Kampf ums soziale Überleben rücksichtslos geführt. Prousts Werk schildert, wie dieser Kampf FUNKTIONIERT. Mit minutiöser Genauigkeit beschreibt er das SYSTEM SOZIALER ORTUNG, beschreibt, wie die Menschen mit subtilen Mitteln einander ihren Platz zuweisen, wie sie in der verbalen und NICHTVERBALEN Kommunikation um ihre soziale Existenz kämpfen, wie sie beißen und schlagen, UM VORZUKOMMEN im Bewusstsein der anderen, in der Wertschätzung der anderen. Und welche Bedeutung Herkunft, Profession, sexuelle Präferenz und Religionszugehörigkeit zukommt. Proust Werk behauptet implizit, dass die Figuren neben ihrer SOZIALEN EXISTENZ keine andere haben. PSYCHOLOGIE GIBT ES NICHT. Das Innenleben ist vorgestelltes Leben im Außen.

Prousts klatsch- (und comic-) verdächtige Schilderungen der mehr oder weniger eleganten Verbiegungen der Personen in den Salons der Pariser Gesellschaft um 1900, die Begegnungen eines jungen Bürgerlichen und dem homosexuellen Adligen Charlus, der zwischen Zorn und Zärtlichkeit schwankt aber niemals seine maßlose Überheblichkeit aufgeben kann sowie Prousts heute wie damals irritierende Theorien zum Anders- bzw. Schwulsein werden zum Gegenstand einer experimentell zwischen Bewegung, Musik und Sprache changierenden Theaterarbeit.


Es spielen:
 
Astrid Kohlhoff
 
 
 
 
 
Regie und Musik 
Silvio Beck
Bühne und Produktionsleitung 


Eine Koproduktion mit
und


Förderer
Stadt Leipzig, Kulturstiftung Sachsen, Kulturstiftung NRW, Stadt Münster, Kulturbüro NRW, Stadt Halle