Gründung
TheaterschaffT wurde im Jahre 1992 von den Leipziger Schauspielstudenten Jan Jochymski und Stefan Ebeling gegründet. Der Rechtsform nach ist TheaterschaffT seit 1996 ein Verein, als gemeinnützig anerkannt und hat zur Zeit sieben feste Mitglieder. TheaterschaffT versteht sich als freie Company. Mit Projektgeldern von öffentlichen Institutionen und Sponsorengeldern und in enger Kooperation mit unterschiedlichen freien Theatern hat TheaterschaffT zwischen 1992 und 2003 zwölf Projekte produziert.
Offenes Ensemble
TheaterschaffT ist ein offenes Ensemble. Mit Jan Jochymski und Stefan Ebeling im Zentrum verabreden sich kontinuierlich wiederkehrend Künstlerinnen und Künstler zur Zusammenarbeit. Sie entwickeln ihre Ästhetik, Dramaturgie und Arbeitsweise weiter.
Arbeitsmethode
Stückentwicklung und Improvisation sind die beiden Stichworte, die die Arbeit von TheaterschaffT beschreiben. Zu Probenbeginn gibt es ein Thema, einen Storyansatz, Ideen für Figuren. Erst in den Proben nimmt das "Stück" durch Improvisationen der Schauspieler Form und Gestalt an, Erzählstränge bilden sich heraus, Figuren werden konkret. Durch die Arbeitsweise der Stückentwicklung entstehen Theaterabende, die auf aktuelle Themen und Ereignisse Bezug nehmen können und eine Spielweise von hoher schauspielerischer Authentizität.
Inhalte
TheaterschaffT erzählt Geschichten. Das Ensemble arbeitet an zeitgenössischen Themen, auch wenn das Genre Science-fiction, Clownsspiel oder deutsche Heldensage heißt. Es geht immer um unsere heutige Sicht auf das, was verhandelt wird. Auf einer persönlichen, spielerischen, in einer besonderen Weise realistischen Ebene wird das Thema umgesetzt. Dabei gibt es die immer wieder neue Suche nach der formal-ästhetischen Umsetzung und Spielweise, dem Thema und der Story geschuldet.
"Die mehr oder weniger originelle oder aktuelle Interpretation des fertigen Dramas ist nicht länger die 'Aufgabe'. Vielmehr wird der Autor - sofern er überhaupt in eigenständiger Funktion in Erscheinung tritt - zum 'Texter', der direkt in den Entstehungsprozess des Theaterabends einbezogen ist.
Gibt es keine Textvorgabe, wird das darzustellende Material vor und während der Proben entwickelt - Proben, die dann nicht der Ausdeutung eines Dramas und der Gestaltung seiner Figuren dienen, sondern der Erarbeitung einer neuen Geschichte und ihrer ästhetischen Gestaltung im Sinne der Ideen und Absichten der beteiligten Urheber und Akteure." *
* Aus: Henning Fülle: "Es ist Zeit! Beobachtungen und Forderungen zum neuen Theater" in Dramaturg 1/2 1999
Finanzierungsmodell
Auf der Suche nach einer Alternative zum Stadt- und Staatstheatermodell entschieden sich die Künstler von TheaterschaffT bewusst für die freie Szene. Die Strukturen der großen Häuser machen unkonventionelles Herangehen an Theaterarbeit schwierig. Auf der anderen Seite sind die Produktionen in der freien Szene nur zum Teil durch öffentliche Gelder von Stadt, Land und Stiftungen zu finanzieren. Seit mehreren Jahren arbeitet TheaterschaffT erfolgreich mit Koproduzenten zusammen (u.a. mit dem Theater in der Fabrik Dresden, den Sophiensaelen Berlin, dem Theaterhaus Jena, der Schaubühne Lindenfels Leipzig und dem Theater unterm Dach Berlin). So konnte die Company eine Verbindung von Theatern und Spielstätten initiieren und Inszenierungen gerade durch die finanzielle Unterstützung mehrerer Partner realisieren.